Gruppe Gegensatz Marburg

Die Gruppe GegenSatz Marburg bietet Analysen und Kommentare zum Weltgeschehen und lädt dazu zu Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen mit jeweils aktuellen Themen ein.

Außerdem stellen wir von Zeit zu Zeit Textbeiträge der GegenStandpunkt-Redaktion ein und verweisen auf interessante Neuerscheinungen.
Im Bereich Texte und Audio bieten wir Lesematerial und Mitschnitte von Veranstaltungen zum Download an.

Wer mit uns diskutieren möchte, kann dies auf unseren Veranstaltungen tun (siehe Termine) und/oder eine E-Mail an die Redaktion senden.

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Aktuelles:

Einladung zur kritischen Diskussion – Eintritt frei

Dienstag, 16. Mai 20:30 im Cafe am Grün, Am Grün 28, neben Buchhandlung Roter Stern
  1. Nachträge, Fragen und Kritik zur Vortrags- und Diskussionsveranstaltung vom 4.5.2017 „Donald Trump – Ein großartiger Führer für das großartigste Volk der Welt“
  2. Das Kapital wirbt für das „bedingungslose Grundeinkommen“ – Warum?

Seit eh und je wird der Kapitalismus mit wohlmeinenden Verbesserungsvorschlägen bedacht.

Idealisten der Marktwirtschaft halten die modernen Formen der Armut, die der Kapitalismus bei sich beherbergt, angesichts der beeindruckenden Reichtümer und Produktivkräfte moderner Gesellschaften für überkommen und eigentlich überflüssig.

Seit einer Weile wird der Vorschlag für ein bedingungsloses Grundeinkommen, „der sonst nur als Idee von Sozialromantikern abgetan wird“ (sz.de), von waschechten Managern, Konzernvorständen und weiteren ökonomischen Entscheidungsträgern, „die sich keineswegs als Sozialromantiker verstehen, sondern als Anhänger der Marktwirtschaft“ (sz.de), als Antwort auf die „Probleme“ der „Arbeitswelt 4.0“ ins Spiel gebracht.

Während sie regelmäßig und gerne Rezepte ersinnen, wie der Kapitalismus ohne allzu große umstürzlerische Kraftanstrengungen mit ein wenig Umfairteilung hier und da von seinen schlechten Seiten bereinigt werden könnte, verweisen ihre Kontrahenten aus Presse, Politik und Wirtschaft mit ihrem „Realismus“ darauf, dass sich derlei Vorstellungen an der harten, marktwirtschaftlichen Wirklichkeit immerzu die Zähne ausbeißen. Und das spricht in ihren Augen selbstverständlich nicht gegen die herrschenden Zustände, sondern gegen solche Verbesserungsideen, weil die sich ja an der unumstößlichen Realität als romantische Spinnerei blamieren.

Das finden wir bemerkenswert – nicht so sehr, weil „die Szene“ sich laut konservativer Presse darüber „die Augen reibt“ (faz.net), sondern weil der Therapievorschlag einiges darüber verrät, womit die, die den Einsatz der Arbeit nach ihren Berechnungen kalkulieren, für die „Zukunft der Arbeit“ ganz fest rechnen.

Darüber wollen wir diskutieren.

Zur Vorbereitung empfehlen wir den Download und die Lektüre des entsprechenden Artikels aus der Politischen Vierteljahreszeitschrift „GegenStandpunkt“, Ausgabe 01-2017

Auf der Veranstaltung soll anhand der aus diesem Artikel entnommenen Zitate Bedingungsloses Grundeinkommen (PDF) diskutiert werden.

Vortrag und Diskussion - liegt jetzt als mp3 Audio vor:

Donald Trump - Ein großartiger Führer für das großartigste Volk der Welt

Referent: Joseph Patrick, Redaktion GegenStandpunkt

Dass Trump in Deutschland keine gute Presse hat, verwundert uns nicht. Mit der Macht eines US-Präsidenten, die jeder gute – also gerade jeder regierende – Deutsche einfach nur neidvoll zur Kenntnis nehmen kann, verkündet er ja nicht nur einen Aufbruch seiner wunderschönen amerikanischen Heimat. Die regierenden Anwälte weltweiten deutschen Geschäfts und machtvoller deutscher Verantwortung in Europa und darüber hinaus sowie ihre einfühlende nationale Öffentlichkeit bemerken auch: Der neue Mann im Weißen Haus hat mit seiner Unzufriedenheit über den Zustand seiner Nation und mit seinem Versprechen, America wieder so great zu machen, wie es der Nation nach seinem Dafürhalten zusteht, nicht zuletzt auch den Ambitionen und den wie selbstverständlich reklamierten Anrechten Deutschlands den Kampf angesagt.

Dass die hiesige Trump-Schelte sich gern als Sorge um die Demokratie in Amerika vorträgt, finden wir auch nicht verwunderlich: Deutscher Kosmopolitismus besteht nun einmal darin, die ganze Welt am Maßstab ihrer Nützlichkeit für ‚uns‘ zu messen und jede Abweichung davon als Verstoß gegen die völkerübergreifend guten Sitten demokratischen Regierens zu brandmarken. Soviel haben deutsche Weltbürger offensichtlich von den USA gelernt: Für eine international führende Macht gehört es sich einfach, die Ausrichtung anderer Staaten an ihren ausgreifenden Ansprüchen mit dem Verweis auf die Verantwortung für gemeinsame Werte und Verpflichtungen einzufordern, als deren Anwalt, Richter und Aufpasser man sich präsentiert.

Dass deutsche Trump-Feinde für ihr Urteil antideutscher, also un- bis antidemokratischer Umtriebe im Weißen Haus haufenweise Belege finden, ist daher einerseits ausgemachte Sache. Was ihrem nationalistischen Blick auf den Mann im Weißen Haus als ‚Populismus‘ unliebsam aufstößt, das hat andererseits aber durchaus Substanz in den programmatischen Stellungnahmen und den öffentlich zelebrierten Methoden Trumps. Die passen tatsächlich nicht zum gewohnten Kanon einvernehmlichen nationalen Regierens und Regierungswechsels, dem dessen Anhänger den griechischen Ehrentitel – ‚Demokratie‘ – vorbehalten. Donald Trump hegt nämlich eine ehrliche Hochachtung vor seinem Volk und dessen Anspruch auf Herrschaft, dem er unbedingt zu seinem Recht verhelfen will.

Unser Angebot:

Im Unterschied zu allen nationalistischen Liebhabern der demokratischen Staatsform können wir erklären,
was Donald Trump meint, wenn er von „the people“ spricht;
warum er und halb Amerika davon ergriffen sind, dass er als Milliardär sich mit amerikanischen Fabrikarbeitern eins und einig präsentiert;
wieso er als Inhaber des höchsten aller institutionalisierten Ämter ausgerechnet die Institutionen und Ämter der USA als „Establishment“ beschimpft und so manche von ihnen nach Kräften bekämpft;
welche Mission für sein Volk und seine Nation er nämlich verfolgt, wenn er mit dem, was er beiden versprochen hat, im Amt ernst macht.

Lesetip

Neuerscheinung im GegenStandpunkt-Verlag:

GegenStandpunkt 2017-01

Titelbild GegenStandpunkt 1-17 Ab sofort ist der neue GegenStandpunkt Nr. 1-2017 erhältlich. Das Heft ist für EUR 15,- im Buchhandel sowie direkt beim Verlag zu haben.
Aus dem Inhalt:

Merkels Land
  1. Die deutsche Gewerkschaft: (Artikel lesen)
    1. Der Kampf um "Gute Arbeit"
    2. Der Kampf um Soziale Sicherheit
    3. Deutscher Erfolg in der Standortkonkurrenz als Bedingung für eine noch sozialere Republik
  2. Die politische Kultur (Artikel lesen)
    1. Aufruhr der Patrioten: Von "Rechtsbruch!" bis "Widerstand!!"
    2. Die "anti-rechte" Generallinie: Das unbedingte Recht der deutschen Demokratie auf Bewahrung der herrschenden Machtverhältnisse
Anmerkungen zum "Weißbuch 2016 zur Sicherheitspolitik und zur Zukunft der Bundeswehr"
Anspruch und Drangsale des deutschen Imperialismus
  1. Grund, Grundlage und Widerspruch globaler deutscher Sicherheitspolitik
  2. Das vom Weißbuch so genannte "sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands"­Haupt- und Nebenwirkungen der "neuen Weltordnung" Amerikas vor ihrem Umsturz durch den neuen Präsidenten
Cybersecurity und Cyberwar
Die Karriere des Internet ...
... vom Kommando-Instrument des US-Militärs im Atomkrieg
... zum universellen Kommunikationskanal des Kapitalismus
... und darüber zum fünften strategischen Kriegsschauplatzder USA und ihrer Rivalen
"Arbeiten 4.0" im Zukunftsdialog: (Artikel lesen)
Das Kapital wirbt für das "bedingungslose Grundeinkommen", die Politik hält "gute Arbeit" dagegen
Spitzenmäßige Antworten auf die widersprüchliche Inanspruchnahme der Lohnarbeit
  1. Grund, Grundlage und Widerspruch globaler deutscher Sicherheitspolitik
  2. Das vom Weißbuch so genannte "sicherheitspolitische Umfeld Deutschlands"­Haupt- und Nebenwirkungen der "neuen Weltordnung" Amerikas vor ihrem Umsturz durch den neuen Präsidenten
150 Jahre "Das Kapital" und seine bürgerlichen Rezensenten
Der Marxismus - zu Tode interpretiert, vereinnahmt, bekämpft
  1. Die "Wertlehre": Ein total unbrauchbarer Ansatz fürs richtige wissenschaftliche Verständnis des Kapitalismus!
  2. Die "Klassengesellschaft": Soziologisch betrachtet ein viel zu simples Schema, zudem empirisch gar nicht nachweisbar!
  3. Die "Wertlehre": Ein total unbrauchbarer Ansatz fürs richtige wissenschaftliche Verständnis des Kapitalismus!
  4. Der "Marxismus": Eine Denkmethode zur absichtsvollen Untergrabung des Fortschritts der Wissenschaft und der Menschheit überhaupt!

Noch'n Leserbrief zum Thema Gerechtigkeit: (Artikel lesen)
Eine Absage.

Leserbrief: (Artikel lesen)
Das Subjekt und seine geistigen Tätigkeiten - reine "philosophisch-idealistische Fiktion"?

  


Neben der Druckausgabe erscheint die aktuelle Nummer auch in den Ebook-Formaten .pdf (seitengleich mit der Druckausgabe), .epub und .mobi (u. a. für Kindle-Reader).

Druckausgabe ISSN: 0941-5831
Ebook Pdf-Format ISBN: 978-3-929211-93-1
Ebook Epub-Format ISBN: 978-3-929211-94-8
Ebook Mobi-Format: 978-3-929211-95-5

In Marburg ist der GegenStandpunkt erhältlich in der

  • Bahnhofsbuchhandlung
  • Universitätsbuchhandlung (vormals Elwert), Reitgasse (Website)
  • Buchhandlung Roppel, Am Markt (Website)
  • Buchhandlung Roter Stern, Am Grün (Website)

in Gießen:

  • Bahnhofsbuchhandlung

Lesetip

BER - Das "Tor zur Welt" bleibt erstmal zu:

Von der Effizienz der Marktwirtschaft

Nun wird es doch wieder nichts mit der Eröffnung unseres Hauptstadtflughafens:

"Der neue Hauptstadtflughafen BER wird dieses Jahr mit Sicherheit nicht eröffnet. Das bestätigte Flughafen-Chef Mühlenfeld offiziell am Samstag. Zuvor hatte schon Michael Müller einen Start bis Ende 2017 für unmöglich erklärt - einen genauen Termin gibt's auch für danach noch nicht." (rbb-online.de, 21.01.2017)

Nun kann man angesichts der mittlerweile fünften Verschiebung des Eröffnungstermins den Kopf schütteln über "Mißmanagement" und "Aufsichtsversagen", man kann die volkswirtschaftliche Weisheit, dass "Planen in der Wirtschaft nun mal nicht geht", bestätigt sehen und sich deshalb überhaupt nicht wundern.

Man kann sich aber auch einfach einmal fragen, wie's tatsächlich zugeht bei der Realisierung eines solchen Projektes, wenn die der berühmten marktwirtschaftlichen Effizienz von "privatwirtschaftlichen" Unternehmen überantwortet, sprich: als Kooperation von Konkurrenten abgewickelt wird.

Genau das tut der Artikel "'Desaster' am Flughafen Berlin: Kann der Staat nicht planen?" aus dem GegenStandpunkt 02-2013, der zwar schon etwas älter, aber immer noch aktuell ist und deshalb zur Lektüre empfohlen sei.

Der Artikel zeigt, dass und wie die beklagten Verzögerungen, Kostensteigerungen, Murks am Bau und sonstige Unbill weniger der Tatsache, daß auch ein solcher Bau eben geplant sein will geschuldet sind als vielmehr der Interessenslage der beteiligten Subjekte, die sämtlich ein hierzulande höchst ehrenwertes Ziel verfolgen: Gewinne zu erwirtschaften.

Artikel lesen

Lesetip

Lernen, was man lernt:

Die bürgerliche Wissenschaft, einmal sachlich betrachtet

Wir leben ja nun bekanntlich in einer Wissensgesellschaft, ja, Wissen ist "unsere" wichtigste Ressource, wenn man den Politikern glauben darf. Und so gibt es eine Wissenschaft im Lande, institutionalisiert in den Hochschulen, grundsätzlich frei von staatlichen oder religiösen Denkvorschriften wie von Sachzwängen des Wirtschaftens und fleißig damit befaßt, Wissen zu produzieren, damit man hinterher weiß, wie der Gegenstand beschaffen ist und man zweckmäßig mit ihm umgehen kann.

Sogar geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fragestellungen wendet man sich zu und ist offenbar der Meinung, daß auch der Mensch, sein Seelenleben, "wir alle", die Gechichte und die Wirtschaft sowieso allerhand Wissenswertes zu bieten haben und die Kenntnis davon zu allerlei Problemlösungen befähigt.

In diesem Sektor hochschulischer Betriebsamkeit sieht's wissensmäßig allerdings auch nach 100 bis 300 Jahren recht düster aus - es wimmelt von konkurrierenden, einander widersprechenden Theorien, von Ansätzen und Methoden, deren Verwendung immerhin Ergebnisse verheißen - wenn auch keine, die das Attribut "sachlich richtig" verdienten.
Gesichert scheint allein die Erkenntnis, daß das Wissen einfach nicht wißbar ist, weshalb vermessen, wer immer noch danach strebt.

Wer dennoch nicht einfach rezipieren, reproduzieren, gern auch "kritisch hinterfragen" und später dann selber "Ansätze" erfinden und "Modelle" basteln, sondern einfach mal wissen will: was er eigentlich lernt, wenn er an der Uni lernt, ob die dargebotenen Aussagen seiner Wissenschaft zutreffen und, wenn nein, wie man eigentlich auf solchen Blödsinn kommt und warum er so unkaputtbar ist, der sei auf eine Website verwiesen, die Erhellendes aus dem bzw. über das Reich der bürgerlichen Wissenschaft zu bieten hat.

Die Seite heißt so, wie sie gemeint ist, nämlich Wissenschaftskritik.de.

Warnung: Die Lektüre der empfohlenen Seiten trägt garantiert nichts zum Studienerfolg bei, leitet aber wie von selbst zu der Frage weiter, was das eigentlich für eine Gesellschaft ist, die sich gut bezahlte Profis zur systematischen Produktion von Doof- bis Gemeinheiten leistet.