Die Gruppe Gegensatz Marburg

Von der Gruppe Gegensatz sind keine teilnahmsvollen Überlegungen zu der Frage zu erwarten, ob das hiesige Schulwesen Deutschlands Humankapital vermasselt oder ob Flächentarifverträge noch in die sozialpolitische Landschaft passen. Es ist uns auch egal, ob Minister auf Vergnügungsreise gehen, wenn sie Massenarmut herbeiregieren und deutsche Soldaten in alle Welt geschickt werden. Wir haben keine Vorschläge, welches Image sich die Linkspartei verpassen sollte, plädieren weder für bessere Präsidenten in der Ukraine oder anderswo, noch für ein alternatives Konzept zur Bewältigung der Finanzkrise.

In unseren Veranstaltungen und Publikationen decken wir auch keine Skandale auf. Im Gegensatz zu "Bild" oder "taz", "konkret" oder "Spiegel" halten wir die Hetze gegen Sozialhilfeempfänger, das ausländerfeindliche Zuwanderungsgesetz oder die Internierung der US-Gefangenen auf Guantanamo nicht für Abweichungen von einer Norm - einer Norm, die sowieso niemals wirklich gilt, dafür aber um so eindringlicher gefordert wird.

Wenn wir in unseren Veröffentlichungen auf etliche der sog. Tagesereignisse eingehen, dann deswegen, weil uns daran immer von neuem das Gegenteil auffällt: nämlich die Notwendigkeit, mit der diese Geschehnisse so, wie sie sich abspielen, zur Demokratie und zur Marktwirtschaft, zur Weltordnung und zu all den anderen großen Sorgeobjekten des allgemeinen Verbesserungs- und Verschönerungswillens dazu gehören.

Wir erkennen darin bloß Fälle und Unterfälle von Grundsätzen und Sachzwängen, die tatsächlich in Kraft sind und als höchste menschenrechtliche Werte einen erschreckend guten Ruf in dieser Gesellschaft genießen.

Wenn sich bei unseren Erläuterungen der Eindruck eines gewissen Zynismus aufdrängt, so ist das schon ganz richtig: Uns geht es genauso, wenn wir uns mal wieder klarmachen, wie konsequent etwa die deutsche Standortpolitik zu genau dem Elend führt, deren Extremfälle dann eine amtlich berufene Armutskommission Jahre später statistisch aufbereitet.

Was von der Gruppe Gegensatz Marburg zu erwarten ist, hat mit einem originellen Konzept also nichts zu tun. Wir haben uns nicht vorgenommen, alles ein wenig anders zu sehen, uns mit einem interessanten Gesichtspunkt hervorzutun und einen Beitrag zum schwarz-rot-goldenen Zeitgeist abzuliefern.

Vielmehr behaupten und beweisen wir, daß die amtierenden Fachleute für Wirtschaft, Politik und Moral verkehrtes Zeug in Umlauf bringen. Vorsätzlich und fahrlässig liefern sie Deutungen über das Geschehen in der deutschen Nation und deren Rolle in der "neuen Weltordnung", die nur für vorbehaltlos parteiliche Gemüter verdaulich sind. Denen wird mithin genug an geistiger Erbauung geboten, so dass sich unsere Publikationen auf ihre Sache verlegen können: Der Gegensatz bietet Erklärungen des real existierenden Kapitalismus. Von uns sind deshalb allemal Argumente gegen dieses "beste aller Systeme" zu hören.

Wir hoffen auf Einwände und Nachfragen der geschätzten Leser- und Hörerschaft und treten natürlich gerne in Diskussion über unsere Analysen. Wer will, kann uns Einwände, Anregungen oder Zustimmung per E-Mail an die Redaktion zukommen lassen:

 

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Andreas Jantz
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